Knapp 47 Pro­zent der Mie­ter unzu­frie­den mit ihrer Finanz­la­ge / Eigen­tü­mer kön­nen sich Rei­sen, Restau­rant­be­su­che und gewis­se Extras zwar öfter lei­sen – den­noch gibt es mit­un­ter eine Dis­kre­panz zwi­schen Lebens­stil und gebun­de­nen Kapi­tal

Mün­chen, 19.August 2019. Mit 66 Jah­ren – da fängt das Leben an. Beson­ders, wenn Wohn­ei­gen­tum vor­han­den ist. Denn: Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mern geht es im Ren­ten­al­ter finan­zi­ell bes­ser als Mie­tern. „Im Senio­ren­al­ter unter­schei­den sich Immo­bi­li­en­be­sit­zer in ihren Ansich­ten über Wohn- und Lebens­qua­li­tät von Mie­tern. Zudem gibt es Unter­schie­de bei der Beur­tei­lung der finan­zi­el­len Lage und der Umzugs­be­reit­schaft“, erklärt Özgün Imren von der Gesell­schaft für Immo­bi­li­en­ver­ren­tung DEGIV mit Blick auf eine Unter­su­chung, die zusam­men mit dem Ham­bur­ger Markt­for­schungs­in­sti­tut Con­sum­er­fiel­dwork GmbH durch­ge­führt wur­de.

Beson­ders bei der finan­zi­el­len Situa­ti­on von Eigen­tü­mern und Mie­tern zei­gen sich Dif­fe­ren­zen. Wäh­rend Mie­ter deut­lich weni­ger Geld im Alter zur Ver­fü­gung haben, kön­nen sich Eigen­tü­mer öfter Rei­sen, gutes Essen und eine kul­tu­rel­le Teil­ha­be leis­ten. So schät­zen über 28 Pro­zent der Befrag­ten Eigen­tü­mer ihre Finan­zen als sehr gut ein und mehr als 50 Pro­zent sind durch­aus zufrie­den mit ihrer Liqui­di­tät. Nur knapp 1,3 Pro­zent der Eigen­heim­be­sit­zer im Ren­ten­al­ter sehen ihre Situa­ti­on als sehr kri­tisch an. Bei Mie­tern hin­ge­gen stellt sich fol­gen­des Bild dar: Kei­ne fünf Pro­zent schät­zen ihre all­ge­mei­ne Liqui­di­tät als sehr gut ein. Der größ­te Anteil bewegt sich in einem durch­schnitt­li­chen Bereich. Knapp 47 Pro­zent der Mie­ter äußern Unzu­frie­den­heit über ihre Haus­halts­kas­se und geben an, dass sie gro­ße finan­zi­el­le Sor­gen haben.

Laut DEGIV zeigt sich, dass Mie­ter sich all­ge­mein in einer schlech­te­ren finan­zi­el­len Lage als Eigen­tü­mer befin­den. Wäh­rend es bei vie­len für  Arzt- und Pfle­ge­kos­ten reicht, erklä­ren vie­le, dass sie sich gutes Essen, Rei­sen und gewis­se Extras sehr unre­gel­mä­ßig leis­ten. Bei einem Zehn­tel der befrag­ten Mie­ter wird deut­lich, dass sie über­haupt kei­nen finan­zi­el­len Spiel­raum haben für kul­tu­rel­le Teil­ha­be, Rei­sen oder, um sich Träu­me zu ver­wirk­li­chen.

Unter­schie­de offen­ba­ren sich zudem bei der Betrach­tung des Wohn­um­fel­des. Wäh­rend Mie­ter ihre Woh­nungs­grö­ße als pas­send ein­schät­zen und grund­sätz­lich ger­ne im Alter dort woh­nen blei­ben möch­ten, wären sie trotz­dem eher bereit, spä­ter umzu­zie­hen. Anders sieht es bei Immo­bi­li­en­be­sit­zern aus. Über 57 Pro­zent sind der Mei­nung, dass ihre Immo­bi­lie zu groß ist.  Eigen­tü­mer wür­den trotz­dem ger­ne in ihrer Immo­bi­lie blei­ben.

Einig sind sich Mie­ter und Eigen­tü­mer bei der Fra­ge, ob sie ger­ne in ihrer Immo­bi­lie im Alter woh­nen möch­ten. Das beant­wor­ten über 80 Pro­zent mit „Ja“. Gro­ße Schwan­kun­gen gibt es bezüg­lich eines Umzugs im Alter, denn hier wären nur knapp 18 Pro­zent der Immo­bi­li­en­be­sit­zer bereit umzu­zie­hen, wo hin­ge­gen Mie­ter mit 47 Pro­zent eher zu einem Umzug bereit wären.

Grün­de für oder gegen einen Wohn­ort­wech­sel wur­den in der Stu­die eben­falls abge­fragt. Eigen­heim­be­sit­zer schät­zen in ers­ter Linie den Wohl­fühl­fak­tor und ihr sozia­les Umfeld. Dar­über hin­aus haben sie eine star­ke emo­tio­na­le Bin­dung zur Immo­bi­lie. Für Mie­ter hin­ge­gen spielt eher die Ein­rich­tung eine wich­ti­ge Rol­le.

„Auch wenn es Eigen­tü­mern grund­sätz­lich finan­zi­ell bes­ser geht als Mie­tern, müs­sen auch sie hin und wie­der Abstri­che machen. Gegen­über Mie­tern haben Eigen­tü­mer mit Geld­sor­gen jedoch den Vor­teil, dass sie ihre finan­zi­el­le Situa­ti­on durch das Wohn­ei­gen­tum auf­wer­ten kön­nen. Eine Mög­lich­keit bie­tet die Immo­bi­li­en­ver­ren­tung. Dabei wird die eige­ne Immo­bi­lie ver­kauft und gleich­zei­tig gegen einen Abschlag ein lebens­lan­ges Wohn­recht ver­ein­bart. Unab­hän­gig von der Woh­nungs­grö­ße wird damit der Umzug obso­let – und die als schlecht emp­fun­de­ne finan­zi­el­le Situa­ti­on auf­ge­wer­tet“, erklärt Imren von der DEGIV.