Rund jeder zwei­te Senio­ren­haus­halt in Deutsch­land in eige­nen vier Wän­den / Trotz der im Wohn­ei­gen­tum gebun­de­nen Ver­mö­gens­wer­te ver­fü­gen Senio­ren mit­un­ter über wenig Liqui­di­tät im Alter / Immo­bi­li­en­boom mit Wert­stei­ge­run­gen als ein trei­ben­der Fak­tor für stei­gen­de Nach­fra­ge nach Ver­ren­tun­gen

Mün­chen, 26. Novem­ber 2019. Mit Blick auf die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung sowie den Immo­bi­li­en­boom der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re rech­net Die Gesell­schaft für Immo­bi­li­en­ver­ren­tung DEGIV im kom­men­den Jahr mit einer wei­ter wach­sen­den Nach­fra­ge nach Immo­bi­li­en­ver­käu­fen mit Nieß­brauch und Wohn­recht. „Der Abschlag beim Ver­kaufs­er­lös, den eine Immo­bi­li­en­ver­ren­tung mit sich bringt, wird durch die extrem gestie­ge­nen Immo­bi­li­en­prei­se mehr als kom­pen­siert. Wir sehen daher im aktu­el­len Preis­ni­veau einen star­ken Nach­fra­ge­trei­ber – neben der Über­al­te­rung der Gesell­schaft“, erklärt Mesut Yikil­maz, Geschäfts­füh­rer der TÜV-zer­ti­fi­zier­ten DEGIV aus Mün­chen.

Momen­tan gehört in Deutsch­land mehr als jede vier­te Per­son zur Genera­ti­on 60 plus. 2050 wird mehr als jede drit­te Per­son älter als 60 Jah­re sein. „Mit dem durch die zuneh­men­de Lebens­er­war­tung stei­gen­den Alter der Senio­ren defi­niert sich die Fra­ge der finan­zi­el­len Situa­ti­on neu“, kon­sta­tiert Yikil­maz. Nach Beob­ach­tung des Exper­ten besit­zen zwar vie­le Senio­ren eine oft­mals las­ten­freie Immo­bi­lie. Aber es man­gelt ihnen mit­un­ter an Liqui­di­tät für das täg­li­che Leben – bezie­hungs­wei­se für Extras wie Rei­sen oder kul­tu­rel­le Teil­ha­be. Das bestä­tigt eine 2019 in Auf­trag gege­be­ne Erhe­bung in Zusam­men­ar­beit mit dem Markt­for­schungs­in­sti­tut Con­sum­er­fiel­dwork GmbH. Dem­nach bezeich­nen gut zehn Pro­zent der befrag­ten Senio­ren ihre finan­zi­el­le Situa­ti­on trotz Immo­bi­li­en­be­sitz als ange­spannt. Knapp 35 Pro­zent der Rent­ner geben an, dass ihnen hin und wie­der Geld fehlt und sie genau kal­ku­lie­ren müss­ten.

Mit einer Immo­bi­li­en­ver­ren­tung kön­nen Senio­ren mit Wunsch nach mehr finan­zi­el­ler Frei­heit ihre Woh­nung oder ihr Haus nach dem Ver­kauf wei­ter nut­zen – und tren­nen sich ledig­lich als Eigen­tü­mer vom Objekt. Yikil­maz: „Einen alten Baum ver­pflanzt man nicht. Die wenigs­ten Men­schen möch­ten im Alter das oft jahr­zehn­te­lang bewohn­te Eigen­heim oder die Woh­nung ver­kau­fen und umzie­hen. Die auf Nieß­brauch basie­ren­de Immo­bi­li­en­ver­ren­tung ver­bes­sert die finan­zi­el­le Situa­ti­on, ohne dass sich die Lebens­um­stän­de in Bezug auf die Wohn­si­tua­ti­on ändern müs­sen.“

In ande­ren euro­päi­schen Län­dern, zum Bei­spiel in Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich, wird das Modell seit lan­gem prak­ti­ziert. In Deutsch­land hält der Ansatz seit rund fünf Jah­ren ver­mehrt Ein­zug und setzt sich lang­sam als Alter­na­ti­ve zum her­kömm­li­chen Ver­kauf durch.

Die Beson­der­hei­ten des Nieß­brauch­rechts haben laut DEGIV auch für Inves­to­ren Vor­tei­le: Dadurch, dass der Wohn­wert über die erwar­te­te Wohn­dau­er vom Kauf­preis abge­zo­gen wird, wer­den selbst hoch­wer­ti­ge Immo­bi­li­en in guten Lagen erschwing­lich. Yikil­maz: „Die Ver­ren­tung nutzt nicht nur den Senio­ren, son­dern auch poten­zi­el­len Inves­to­ren: Käu­fer erhal­ten durch ver­ren­te­te Immo­bi­li­en Zugang zu Objek­ten, die noch nicht auf dem Markt sind und mög­li­cher­wei­se nie ange­bo­ten wor­den wären.“