Mit Immo­bi­li­en­ver­ren­tung die Pfle­ge­lü­cke schließen

Abhän­gig davon, wel­che Pfle­ge­stu­fe Ihnen sei­tens des MdK – dem Medi­zi­ni­schen Dienst der Kran­ken­kas­sen – beschei­nigt wird, kön­nen Sie unter­schied­li­che Leis­tun­gen in Anspruch neh­men. Ent­schei­dend ist der Pfle­ge­grad für die Höhe der jewei­li­gen von den Pfle­ge­kas­sen getra­ge­nen Ein­zel­leis­tun­gen. Die regel­mä­ßi­gen Zah­lun­gen sind eine finan­zi­ell maß­geb­li­che Hil­fe und für vie­le exis­ten­zi­ell not­wen­dig. Den­noch ver­bleibt eine erheb­li­che Dif­fe­renz zwi­schen Kas­sen­leis­tun­gen und Eigen­an­teil. Die soge­nann­te Pfle­ge­lü­cke. Eine klaf­fen­de Lücke, die sich mit der Immo­bi­li­en­ver­ren­tung schlie­ßen lässt:

Was ist über­haupt ein Pflegegrad?

Bei den Pfle­ge­gra­den han­delt es sich um Ein­stu­fungs­ka­te­go­rien – Pfle­ge­grad 1 bis 5 – für pfle­ge­be­dürf­ti­ge Men­schen, wobei sowohl phy­si­sche als auch psy­chi­sche Fak­to­ren berück­sich­tigt wer­den. Die Fest­stel­lung erfolgt nach schrift­li­chem Antrag auf Basis einer per­sön­li­chen Begut­ach­tung durch den Medi­zi­ni­schen Dienst der Kran­ken­kas­sen (MDK).

Bewer­tung der Selbst­stän­dig­keit nach 6 Modulen

Bewer­tet wird anhand von sechs Modu­len: der Mobi­li­tät, den kogni­ti­ven und kom­mu­ni­ka­ti­ven Fähig­kei­ten sowie den Ver­hal­tens­wei­sen und psy­chi­schen Pro­blem­la­gen, außer­dem der Selbst­ver­sor­gung, dem Umgang mit krank­heits-/the­ra­pie­be­ding­ten Anfor­de­run­gen und letzt­lich der Gestal­tung des All­tags­le­bens und sozia­len Kon­tak­te. Es geht also nicht nur dar­um, ob Sie irgend­wel­che Bewe­gun­gen nicht mehr machen kön­nen, bei­spiels­wei­se unsi­cher lau­fen. Im Fokus steht statt­des­sen Ihre vor­han­de­ne oder eben beein­träch­tig­te Selbstständigkeit.

Pfle­ge­grad aus­schlag­ge­bend für Höhe der Leistungen

Aus dem jewei­li­gen Pfle­ge­grad errech­net sich die Höhe der Pfle­ge­gel­der, die von den Pfle­ge­kas­sen bezahlt wer­den. Letzt­lich wird über den Pfle­ge­grad also fest­ge­legt, wie­viel Geld Sie regel­mä­ßig erhal­ten, um die ambu­lan­ten pfle­ge­ri­schen und haus­halts­na­hen Dienst­leis­ter und Hel­fer bzw. eine etwai­ge Unter­brin­gung in einem teil­sta­tio­nä­ren oder sta­tio­nä­ren Pfle­ge­heim zu bezah­len. Zudem betrifft das indi­ka­ti­ons­be­zo­ge­ne Hilfs­mit­tel, etwai­ge bar­rie­re­freie Umbau­ten und etli­che wei­te­re Details.

Seit Pfle­ge­re­form 2017 unter­teilt in Pfle­ge­grad 1 bis 5

Ver­ab­schie­det wur­de im Jahr 2017 das Pfle­ge­stär­kungs­ge­setz 2 (PSG II), in dem die Abstu­fun­gen der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit neu vor­ge­nom­men wur­den. Ziel war und ist es, mit der Unter­tei­lung in Pfle­ge­grad 1, 2, 3, 4 und 5 über die bis dahin ledig­lich drei bzw. vier Pfle­ge­stu­fen hin­aus eben­falls Men­schen mit ein­ge­schränk­ter All­tags­kom­pe­tenz gerecht zu wer­den, wobei es sich in den meis­ten Fäl­len um an Demenz erkrank­te Per­so­nen han­delt. Men­schen also, die teils eben nicht kör­per­lich, son­dern in ihrer kogni­ti­ven Wahr­neh­mung beein­träch­tigt sind.

Pfle­ge­grad 1 bei gerin­ger Beein­träch­ti­gung der Selbstständigkeit

Die nied­rigs­te Stu­fe der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ist seit 2017 der Pfle­ge­grad 1. Tat­säch­lich bewirkt hat die Ein­füh­rung die­ser Pfle­ge­stu­fe, dass mehr Men­schen als Pfle­ge­be­dürf­ti­ge aner­kannt wer­den, zumal die­ser Pfle­ge­grad für die­je­ni­gen gilt, die zuvor die Vor­aus­set­zun­gen für den bis dahin nied­rigs­ten Pfle­ge­grad nicht erfüllt hat­ten. Tat­säch­lich bedeu­tet das, dass Pfle­ge­be­dürf­ti­ge mit dem ehe­ma­li­gen Pfle­ge­grad 0 dar­auf­hin in den Pfle­ge­grad 2 ein­ge­teilt wurden.

Ersicht­lich wird dar­aus, dass nicht nur die Pfle­ge­stu­fen wei­ter dif­fe­ren­ziert wur­den, son­dern zugleich der Zugang zur Unter­stüt­zung sei­tens der Pfle­ge­kas­sen erleich­tert wur­de. Men­schen mit fest­ge­stell­tem Pfle­ge­grad erhal­ten einen soge­nann­ten zweck­ge­bun­de­nen Ent­las­tungs­be­trag. Zudem wer­den unab­hän­gig vom Pfle­ge­grad etwa Gebrauchs­mit­tel mit einem Pau­schal­be­trag unter­stützt sowie bei­spiels­wei­se der Haus­not­ruf bezu­schusst. Auch kön­nen not­wen­di­ge bau­li­che Ver­än­de­run­gen sei­tens der Pfle­ge­kas­se unter­stützt werden.

Pfle­ge­grad 2 bei erheb­li­cher Beein­träch­ti­gung der Selbstständigeit

Bei einer erheb­li­chen Beein­träch­ti­gung der Selbst­stän­dig­keit kommt der Pfle­ge­grad 2 zum Tra­gen. Dafür aus­schlag­ge­bend sind ver­schie­de­ne sowohl kör­per­li­che als kogni­ti­ve Fak­to­ren, die wie bei jeder Pfle­ge­stu­fe in einem Punk­te­sys­tem fest­ge­hal­ten und bewer­tet wer­den. Bei einer Bewer­tung mit 27 bis 45,4 Punk­ten erhal­ten die betrof­fe­nen Per­so­nen den Pfle­ge­grad 2, was durch eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung der Selbst­stän­dig­keit defi­niert wird.

Men­schen mit Pfle­ge­grad 2 wer­den ambu­lant mit Geld- und Sach­leis­tun­gen sowie einem Ent­las­tungs­be­trag unter­stützt. Ver­ste­hen muss man hier ins­be­son­de­re den Begriff der Sach­leis­tun­gen. Bezeich­net wird damit ab dem Pfle­ge­grad 2 vor­dring­lich die Ver­gü­tung für einen pro­fes­sio­nel­len ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst. Eben­so wer­den bei sta­tio­nä­rer, teil­sta­tio­nä­rer, Kurz­zeit- als auch Ver­hin­de­rungs­pfle­ge Zuschüs­se bezahlt.

Pfle­ge­grad 3 , 4 und 5 – schwe­re, schwers­te Beein­träch­ti­gung und Härtefälle

Die meis­ten Pfle­ge­be­dürf­ti­gen – über 40 Pro­zent – haben den Pfle­ge­grad 2. Direkt dar­auf folgt der Pfle­ge­grad 3, den Per­so­nen mit schwe­rer Beein­träch­ti­gung der Selbst­stän­dig­keit erhal­ten. Im Bewer­tungs­sys­tem – dem Neu­en Begut­ach­tungs-Assess­ment – ent­spricht das einer Beur­tei­lung mit 45,5 bis 69,9 Punkten.

Liegt das Resul­tat der Begut­ach­tung bei 70 bis 89,9 Punk­ten erhalt man vom MDK den Pfle­ge­grad 4; per Defi­ni­ti­on han­delt es sich hier um eine schwers­te Beein­träch­ti­gung der Selbst­stän­dig­keit. Ambu­lant stei­gen die Geld­leis­tun­gen und die soge­nann­ten Sach­leis­tun­gen für den pro­fes­sio­nel­len ambu­lan­ten Pfle­ge­dienst. Der zweck­ge­bun­de­ne Ent­las­tungs­be­trag bleibt mit 125 Euro iden­tisch mit dem der Pfle­ge­stu­fen 1 bis 3.

Der Pfle­ge­grad 5 ist die der­zeit höchs­te Pfle­ge­stu­fe. Zuge­teilt wird der Grad den­je­ni­gen Pfle­ge­be­dürf­ti­gen, die einen außer­ge­wöhn­li­chen Pfle­ge­auf­wand benö­ti­gen und als Här­te­fall defi­niert wer­den. Im Punk­te­sys­tem bedeu­tet das eine Begut­ach­tung mit 90 Punk­ten und mehr. Gut zu wis­sen ist, dass hier kein Unter­schied zwi­schen Pfle­ge­be­dürf­ti­gen mit ein­ge­schränk­ten phy­si­schen oder kogni­ti­ven Fähig­kei­ten gemacht wird. Zu die­ser Grup­pe gehört mit etwas mehr als 6 Pro­zent glück­li­cher­wei­se der gerings­te Anteil der Pflegebedürftigen.

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Pfle­ge­re­form 2021

Für 2021 ist die neue Pfle­ge­re­form ver­ab­schie­det wor­den, die Mit­te des Jah­res in Kraft tre­ten wird. Dar­in reflek­tiert das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ins­be­son­de­re, dass die Eigen­an­tei­le für die Unter­brin­gung in einem Senio­ren­heim seit der Reform im Jahr 2017 kon­ti­nu­ier­lich ange­stie­gen sind. Die unmit­tel­bar die Pfle­ge betref­fen­den Kos­ten sol­len gede­ckelt wer­den. Zugleich sol­len die Bun­des­län­der stär­ker in die Pflicht genom­men wer­den. Die Län­der wer­den ver­pflich­tet, die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen bzw. deren Fami­li­en­mit­glie­der  beim soge­nann­ten Inves­ti­ti­ons­kos­ten­zu­schuss monat­lich um 100 Euro zu entlasten.

Die finan­zi­el­len Tücken der Pflegelücke

Bei Men­schen, die in einem Pfle­ge­heim unter­ge­bracht wer­den müs­sen, han­delt es sich per se in den meis­ten Fäl­len um Per­so­nen mit zuge­stan­de­nem Pfle­ge­grad. Kos­ten für die Unter­brin­gung und sta­tio­nä­re Pfle­ge wer­den dem­nach auch von der Pfle­ge­kas­sen mit­ge­tra­gen. Aller­dings eben nur zu einem begrenz­ten Teil. Die dar­über­hin­aus­ge­hen­den Kos­ten müs­sen die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen bzw. deren Ange­hö­ri­ge selbst tra­gen. Die Dif­fe­renz wird als Pfle­ge­lü­cke bezeich­net. Und die ist immer noch beträcht­lich sowie je nach Wohn­ort und Bun­des­land unter­schied­lich hoch.

Deut­li­che regio­na­le Unter­schie­de in der Pflegelücke

So wer­den Men­schen mit dem Pfle­ge­grad 3 in einem Pfle­ge­heim in Meck­len­burg-Vor­pom­mern auf eine Pfle­ge­lü­cke von etwas mehr als 1.000 Euro kom­men, in einem Pfle­ge­heim in Baden-Würt­tem­berg hin­ge­gen auf selbst zu tra­gen­de Dif­fe­renz von durch­schnitt­lich etwa 1.800 Euro. Und damit ist ledig­lich der Heim­auf­ent­halt inklu­si­ve Ver­pfle­gung und pfle­ge­ri­scher Betreu­ung abge­deckt. Zusätz­li­che Ange­bo­te wie die Teil­nah­me an kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen oder Aus­flü­gen und auch übli­che Din­ge wie bei­spiels­wei­se das neue Paar Schu­he kos­ten zusätz­li­ches Geld.

Die Finan­zen wer­den trotz Pfle­ge­geld und Ren­te kaum ausreichen

Schon wird Ihnen klar, dass sie die­se gesam­ten Kos­ten trotz der Leis­tun­gen aus der Pfle­ge­kas­se und der eige­nen Ren­te kaum stem­men kön­nen. Zugleich möch­ten Sie weder zum Sozi­al­fall wer­den noch die Kin­der belas­ten. Mit neu­es­ter Rege­lung wer­den die unter­halts­ver­pflich­te­ten Kin­der erst ab einem Jah­res­ein­kom­men von brut­to 100.000 Euro her­an­ge­zo­gen. Ein sol­cher Fami­li­en­ver­dienst ist aller­dings in Bal­lungs­zen­tren wie Mün­chen und Umge­bung bei Dop­pel­ver­die­nern kei­ne Sel­ten­heit. Fol­ge­rich­tig suchen Sie nach einer ande­ren Mög­lich­keit, um die Pfle­ge­lü­cke im Fall des Fal­les anders schlie­ßen zu können.

Immo­bi­li­en­ver­ren­tung mit Nieß­brauch als idea­le Lösung

Eine sol­che zeit­ge­mä­ße Lösung kann die Immo­bi­li­en­ver­ren­tung mit Nieß­brauch sein. Sie besit­zen eine Immo­bi­lie und haben die Hypo­the­ken im Lau­fe der Jah­re kom­plett oder fast voll­stän­dig abge­tra­gen. Mit ihren Wün­schen an die opti­ma­le Ver­sor­gung ist es nun an der Zeit, das in Ihrem Zuhau­se beton­gol­den gebun­de­ne Kapi­tal wie­der in flüs­si­ge Mit­tel zu verwandeln.

Mit dem Kon­zept der Immo­bi­li­en­ver­ren­tung ver­kau­fen Sie das Objekt bereits zu Leb­zei­ten, aller­dings bei lebens­lan­gem Wohn­recht. Der im Grund­buch ein­ge­tra­ge­ne Nieß­brauch wie­der­um besagt, dass Sie das Zuhau­se bewoh­nen kön­nen, aber nicht müs­sen. Statt­des­sen kön­nen Sie die Immo­bi­lie auch ver­mie­ten, auf die­se Wei­se bis zum Tod von der Mie­te pro­fi­tie­ren und somit die Pfle­ge­lü­cke schlie­ßen, ohne den Kin­dern oder dem Sozi­al­amt auf der Tasche zu liegen.

Eine gute und sinn­vol­le Lösung für alle Betei­lig­ten. Unse­re zer­ti­fi­zier­ten Ver­ren­tungs-Exper­ten bera­ten Sie ger­ne aus­führ­lich und ver­ständ­lich zu die­sem höchst­per­sön­li­chen The­ma. Neh­men Sie ein­fach Kon­takt mit unse­rem Team von der DEGIV auf.  Gemein­sam fin­den wir die für Sie indi­vi­du­ell bes­te Variante.