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Abschläge aufgrund schlechter Energieklasse? Immobilien-Studie bestätigt den Verdacht!

Lion Tönse
Geschrieben von:
Lion Tönse

In den letzten Jahren hat das Bewusstsein für unseren Energieverbrauch merklich zugenommen, was dazu führt, dass Käufer von Immobilien verstärkt Wert auf die Energieklasse der Objekte legen. Ein dunkelrotes H im Energieausweis kann sich daher erheblich auf den Kaufpreis auswirken – aber ist das wirklich so? In dieser Folge Immobilien & Rente, moderiert von Geschäftsführer Özgün Imren und Marketingleiter Erol Jasharoski, widmen wir uns dieser spannenden Frage und beleuchten, was hinter den Energieeffizienzklassen steckt.

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Erkenntnisse aus der Studie: Schlechte Energieklassen erfahren stärkeren Preisverfall

Entwicklung der Kaufpreise von Immobilien nach Energieeffizienzklasse seit 2018
Link zur Studie

Die neuesten Ergebnisse des IW-Wohnindex lassen erkennen, dass sich die Energieeffizienzklasse einer Immobilie entscheidend auf deren Wertentwicklung auswirkt. Insbesondere seit Beginn der Energiekrise und angesichts steigender Inflationsraten erleben wir, dass Immobilien mit einer Energieeffizienzklasse von B bis H deutlichere Preiseinbußen hinnehmen mussten. Die Daten zeigen, dass der Wert solcher Immobilien nach 2022 signifikant gefallen ist.

Im Gegensatz dazu stehen Immobilien der Energieeffizienzklasse A und A+, die sich deutlich wertstabiler präsentieren. Was besonders auffällt, ist der geringe Unterschied zwischen den unteren Klassen: Die Preise von Immobilien der Energieklasse B trennen nur wenige Prozentpunkte von denjenigen der niedrigsten Klasse H. Dies könnte darauf hinweisen, dass einmal abseits der Spitzengruppe A und A+ die Energieeffizienzklasse weniger Einfluss auf den Preis nimmt, als bisher angenommen. Es scheint, als ob ab einem gewissen Punkt andere Faktoren als die Energieeffizienz die Preisbildung stärker beeinflussen.

Unsere Erfahrung im Berufsalltag: Die Studie täuscht

In der Praxis unseres Immobiliengeschäfts zeigen sich deutlichere Unterschiede zwischen den Energieklassen als die Studie suggeriert. Unsere tägliche Arbeit mit Käufern und Verkäufern legt offen, dass Immobilien mit schlechter Energieeffizienzklasse oft spürbare Nachlässe im Verkaufspreis erfordern. Diese Diskrepanz zu den Studienergebnissen lässt sich durch die Natur der herangezogenen Daten erklären. Die Studie basiert auf Inseratspreisen, die häufig von einem optimistischen Verkaufsansatz ausgehen. Diese anfänglich hohen Angebotspreise sind in der Realität jedoch oft Verhandlungsbasis und müssen im Zuge des Verkaufsprozesses angepasst werden, um den Absatz der Immobilie zu gewährleisten.

Die vermeintliche Stabilität der Preise für Immobilien der Klassen A und A+ könnte ebenso eine Folge dieses Phänomens sein. Durch die Energiekrise mag das Selbstbewusstsein der Verkäufer gestiegen sein, was zu weniger Bereitschaft geführt hat, die Preise an die neue Marktsituation anzupassen. Doch trotz dieser anfänglichen Preisresistenz beobachten wir auch bei diesen hochwertigen Immobilien, dass sie nicht vollständig von den allgemeinen Preisanpassungen verschont geblieben sind. Diese Anpassungen finden jedoch oftmals erst im direkten Verkaufsprozess statt, was die Studiendaten nicht adäquat widerspiegeln.

Gründe für die niedrigeren Preise: Baumaßnahmen bei alten Immobilien

Die Gründe für die stärkeren Verhandlungen und somit niedrigeren Verkaufspreise bei älteren Immobilien mit schlechter Energieeffizienzklasse liegen in den notwendigen Investitionen, die zukünftige Eigentümer tragen müssen. Eine umfassende Sanierung ist oft unumgänglich, um den Wohnkomfort und die Energieeffizienz zu erhöhen. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem die Dämmung des Daches und der Wände, der Einbau moderner Fenster mit Dreifachverglasung sowie die Installation neuer Heizungssysteme.

Käufer sind sich dieser zusätzlichen Kosten bewusst und berücksichtigen sie bereits beim Erwerb der Immobilie. Die Investitionen sind nicht nur aus Komfortgründen notwendig, sondern auch, um den zunehmend strengeren gesetzlichen Energievorschriften zu entsprechen. Infolgedessen sind die Verkaufspreise für solche Immobilien oft niedriger angesetzt, da der Käufer nach der Übernahme unweigerlich in Instandsetzung und Modernisierung investieren muss. Im direkten Vergleich bedeutet dies, dass eine gleichartige Immobilie mit besserer Energieeffizienzklasse für den Käufer langfristig wirtschaftlicher ist, da sie weniger Folgeinvestitionen erfordert. Dies reflektiert sich im Kaufpreis und erklärt, warum Käufer bereit sind, für energieeffizientere Immobilien mehr zu bezahlen, während bei ineffizienteren Immobilien der Verkaufspreis entsprechend angepasst werden muss.

Fazit

Die voranschreitende Energiekrise und der unaufhaltsame Klimawandel stellen uns vor Herausforderungen, die nicht nur ein Umdenken, sondern auch konkretes Handeln erfordern. Die Notwendigkeit von Baumaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Immobilien ist unbestreitbar. Solche Investitionen tragen nicht nur dazu bei, langfristig Energiekosten zu senken, sondern sind auch entscheidend, um den CO2-Ausstoß zu minimieren und somit einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Trotz dieser unumstößlichen Vorteile führen die erforderlichen Sanierungen und Modernisierungen zu teils hohen Ausgaben für Immobilienbesitzer. Vor allem in Zeiten steigender Energiepreise können die Kosten für Dämmung, moderne Fenster oder neue Heizungssysteme eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Es ist daher essentiell, dass Eigentümer gut informiert sind und sorgfältige Planung in ihre Sanierungsprojekte einfließen lassen.

Es lohnt sich, Fördermöglichkeiten zu recherchieren und Vergleichsangebote einzuholen, um die Investitionen so effizient wie möglich zu gestalten. Ein durchdachter Einsatz der Mittel kann die Rentabilität der Maßnahmen deutlich erhöhen und dazu beitragen, dass der Wert der Immobilie auch in Zukunft gesichert ist. Letztlich geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen zu finden, das sowohl den Eigentümern als auch unserer Umwelt zugutekommt.

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