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Das Märchen vom Höchstpreis bei Immobilienverrentung

Erol Jasharoski
Geschrieben von:
Erol Jasharoski

Viele Eigentümer stehen im Ruhestand vor einer ähnlichen Situation: Ein großer Teil des Vermögens steckt in der eigenen Immobilie, während die monatliche Rente oft nicht ausreicht, um den gewünschten Lebensstandard zu halten. Modelle wie die Immobilienverrentung bieten hier eine Möglichkeit, gebundenes Vermögen freizusetzen, ohne ausziehen zu müssen.

In der Praxis zeigt sich jedoch ein wiederkehrendes Muster. Eigentümer erhalten sehr unterschiedliche Angebote für ein und dieselbe Immobilie. Während einige Anbieter konservativ kalkulieren, fallen andere mit deutlich höheren Kaufpreisen auf. Genau diese Differenz sorgt häufig für Unsicherheit.

Ein aktueller Praxisfall verdeutlicht das Problem: Eine Immobilie wurde zunächst realistisch bewertet und später mit einem deutlich höheren Preis erneut am Markt angeboten, obwohl die Eigentümer weiterhin ein lebenslanges Nutzungsrecht behalten wollten.

Für Sie als Eigentümer stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie kann es sein, dass die Preisunterschiede so groß sind, obwohl sich an der Immobilie selbst nichts geändert hat?

Die Antwort liegt nicht in der Immobilie, sondern in der Bewertung und den zugrunde liegenden Annahmen. Besonders bei Modellen wie Nießbrauch oder Wohnrecht spielen Faktoren eine Rolle, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, aber den tatsächlichen Wert erheblich beeinflussen.

Wenn diese Faktoren nicht sauber berücksichtigt werden, entstehen Angebote, die zwar attraktiv wirken, aber am Markt nur schwer umsetzbar sind. Genau hier beginnt das Risiko für Eigentümer.

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Das Wichtigste in Kürze

Wie erkennt man ein seriöses Angebot zur Immobilienverrentung?

Ein seriöses Angebot zeichnet sich aus durch:

  • klaren Vertriebsplan
  • transparente Berechnung (Marktwert, Nießbrauch, Abzinsung)
  • realistische Preise basierend auf Vergleichsobjekten
  • geprüfte Nachfrage durch Kapitalanleger

Warum wirken hohe Immobilienangebote für Eigentümer so überzeugend?

Hohe Zahlen sprechen Emotionen an und überlagern oft die rationale Prüfung. Gerade bei Immobilienverrentung vertrauen viele Eigentümer auf das höchste Angebot, ohne die Berechnung oder Marktrealität ausreichend zu hinterfragen.


Wie wird der Kaufpreis bei Immobilienverrentung realistisch berechnet?

Der Kaufpreis ergibt sich aus Marktwert minus Nießbrauchwert. Wichtige Faktoren sind:

  • Mietwert und Risiko (Diese Berechnung wird von Investoren konsequent angewendet.)
  • Lebenserwartung (Tabelle Lebenserwartung)
  • Abzinsung (ca. 3–5 % p. a.)

Warum entstehen unrealistische Angebote im Immobilienmarkt überhaupt?

Viele Anbieter sichern sich Aufträge über hohe Preisversprechen. Im Wettbewerb zählt oft der höchste Preis, nicht die Umsetzbarkeit. Ein fehlender Abgleich mit Kapitalanlegern führt dazu, dass diese Angebote später scheitern.


Podcast-Empfehlung: Warum hohe Immobilienpreise oft trügerisch sind

In einer Podcast-Folge sprechen wir anhand eines konkreten Praxisfalls darüber, wie es zu stark abweichenden Kaufpreisangeboten kommen kann und warum diese Unterschiede häufig nichts mit der Immobilie selbst zu tun haben. Stattdessen geht es um die Frage, welche Annahmen hinter der Bewertung stehen und ob diese in der Realität tragfähig sind.

Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der Perspektive von Kapitalanlegern. Denn am Ende entscheidet nicht das Angebot auf dem Papier, sondern ob ein Käufer bereit ist, diesen Preis unter den gegebenen Bedingungen tatsächlich zu zahlen.

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Warum hohe Kaufpreise emotional so überzeugend wirken

Wenn Sie mehrere Angebote für Ihre Immobilie erhalten, fällt die Entscheidung oft schneller als gedacht. Der Grund liegt nicht nur in den Zahlen selbst, sondern in der Wirkung, die diese Zahlen auf uns haben.

Ein höherer Kaufpreis wird intuitiv als besseres Angebot wahrgenommen. Das ist nachvollziehbar. Schließlich geht es häufig um das größte Vermögen, das Sie besitzen. Genau hier setzt ein Mechanismus ein, der viele Entscheidungen beeinflusst: die Hoffnung, den maximal möglichen Erlös zu erzielen.

Der psychologische Effekt großer Zahlen

Ein Beispiel macht das deutlich:

  • Angebot A: 700.000 €
  • Angebot B: 1.300.000 €

In dieser Situation richtet sich der Fokus automatisch auf die höhere Summe. Die Frage, wie dieser Preis zustande kommt, tritt oft in den Hintergrund. Stattdessen entsteht der Gedanke: „Wenn das möglich ist, warum sollte ich weniger akzeptieren?“

Gerade im Zusammenhang mit Immobilienverrentung spielt dieser Effekt eine große Rolle. Denn hier ist der Preis nicht nur vom Marktwert abhängig, sondern auch von zusätzlichen Faktoren wie Nutzungsrechten und Zeit.

Emotion schlägt oft die Berechnung

Immobilien sind kein gewöhnliches Gut. Sie sind mit Erinnerungen, Lebensphasen und persönlichen Entscheidungen verbunden. Diese emotionale Bindung führt dazu, dass Eigentümer ihre Immobilie häufig höher einschätzen als es ein neutraler Marktteilnehmer tun würde.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Vertrauen. Wenn ein Anbieter einen hohen Preis nennt, wird oft angenommen, dass er dafür auch eine Grundlage hat. Die kritische Nachfrage bleibt in vielen Fällen aus.

Typische Gedankengänge sind:

  • „Der wird schon wissen, was er tut“
  • „Vielleicht hat er bessere Kontakte“
  • „Vielleicht ist meine Immobilie doch mehr wert“

Diese Überlegungen sind menschlich. Sie führen jedoch dazu, dass rationale Faktoren in den Hintergrund rücken.

Warum dieser Effekt im Alter besonders stark ist

Im Ruhestand verändert sich die Perspektive auf finanzielle Entscheidungen. Es geht nicht mehr um langfristigen Vermögensaufbau, sondern um Sicherheit, Planung und Lebensqualität.

Ein höheres Angebot kann hier schnell konkrete Wünsche auslösen:

  • mehr finanzielle Freiheit
  • Unterstützung für Kinder oder Enkel
  • Spielraum für Pflege oder Umbau
  • Erfüllung persönlicher Ziele

Genau deshalb ist die Versuchung groß, sich an der höchsten Zahl zu orientieren.

Hohe Kaufpreise wirken nicht nur wegen der Zahlen überzeugend, sondern vor allem wegen der Erwartungen, die sie auslösen. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diese Erwartungen von der wirtschaftlichen Realität zu trennen.

Im nächsten Abschnitt schauen wir uns deshalb an, wie sich ein Kaufpreis bei Immobilien mit Nießbrauch oder Wohnrecht tatsächlich berechnet und warum die Unterschiede oft so groß sind.

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Die Realität: Wie sich ein Nießbrauch auf den Kaufpreis auswirkt

Ein Nießbrauch oder Wohnrecht hat einen klaren wirtschaftlichen Wert. Dieser Wert muss vom Marktwert der Immobilie abgezogen werden. Genau hier entstehen oft die größten Missverständnisse.

Während viele Eigentümer vom aktuellen Immobilienwert ausgehen, betrachtet ein Käufer vor allem die Frage: Wann kann ich die Immobilie nutzen oder Erträge daraus erzielen? Solange ein Nießbrauch besteht, ist beides eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Die wichtigsten Einflussfaktoren

Damit ein Kaufpreis realistisch kalkuliert werden kann, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden:

  • Alter der Eigentümer
    Je jünger Sie sind, desto länger bleibt das Nutzungsrecht bestehen.
  • Statistische Lebenserwartung
    Diese wird als Grundlage für die Dauer des Nießbrauchs angesetzt.
  • Abzinsungssatz
    Kapital wird über die Jahre gebunden. Investoren rechnen deshalb mit einem Zinssatz, meist zwischen 3 % und 5 % pro Jahr.
  • Mietwert der Immobilie
    Dieser zeigt, welche Einnahmen dem Käufer entgehen.
  • Risiko und Instandhaltung
    Laufende Kosten und Unsicherheiten werden ebenfalls berücksichtigt.

Diese Faktoren ergeben zusammen den sogenannten Kapitalwert des Nießbrauchs. Dieser Wert wird vom Marktwert der Immobilie abgezogen.

Beispiel aus der Praxis

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel zeigt die Auswirkungen:

  • Marktwert der Immobilie: 2.000.000 €
  • Alter der Eigentümer: 64 und 66 Jahre
  • Restlebenserwartung: ca. 23 Jahre
  • Abzinsung: 3 % pro Jahr (konservative Abzinsung)

Rechnung:

  • 23 Jahre × 3 % = ca. 69 % Abschlag

Das bedeutet:

  • Abschlag: rund 1.300.000 €
  • realistischer Kaufpreis: ca. 650.000 bis 700.000 €

Diese Berechnung zeigt, warum sich ein hoher Kaufpreis bei gleichzeitigem Nießbrauch oft nicht darstellen lässt.

Warum diese Logik entscheidend ist

Ein Käufer trifft seine Entscheidung nicht auf Basis von Hoffnung, sondern auf Basis von Rendite und Risiko. Wenn der Kaufpreis zu hoch ist, entsteht für ihn ein wirtschaftlicher Nachteil.

Das führt in der Praxis zu zwei typischen Szenarien:

  1. Es findet sich kein Käufer
  2. Der Preis muss deutlich reduziert werden

Beides verzögert den Verkaufsprozess und kann Ihre Planung im Ruhestand beeinflussen.

Für Sie bedeutet das: Der entscheidende Punkt ist nicht der angebotene Preis, sondern ob dieser unter realistischen Bedingungen am Markt umgesetzt werden kann.

ℹ️ Wenn Sie noch besser verstehen wollen, wie ein Nutzungsrecht – wie zum Beispiel der Nießbrauch – berechnet wird, dann schauen Sie auf unsere eigene Seite zum Thema Nießbrauch-Berechnung

Das eigentliche Problem: Warum unrealistische Angebote überhaupt entstehen

Wenn ein Angebot wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, stellt sich eine naheliegende Frage: Warum wird es trotzdem gemacht?

Die Antwort liegt weniger in der Immobilie selbst, sondern im Verhalten des Marktes und der Anbieter. Gerade im Bereich der Immobilienverrentung ist der Wettbewerb in den letzten Jahren deutlich intensiver geworden.

Wettbewerb um den Auftrag statt um den Käufer

Ein zentraler Punkt wird oft übersehen: Bevor eine Immobilie verkauft wird, muss zunächst der Auftrag des Eigentümers gewonnen werden.

Und genau hier entsteht ein Anreiz, mit möglichst hohen Kaufpreisen zu arbeiten. Denn in der Praxis entscheiden sich viele Eigentümer für das Angebot mit der größten Zahl.

Typisches Vorgehen:

  1. Ein Anbieter nennt einen deutlich höheren Preis als andere
  2. Der Eigentümer entscheidet sich für dieses Angebot
  3. Die Umsetzung wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben

Das Problem dabei: Der Auftrag ist gesichert, aber ein konkreter Käufer noch nicht.

Der fehlende Realitätscheck

In vielen Fällen fehlt eine entscheidende Prüfung im Vorfeld: Gibt es überhaupt einen Kapitalanleger, der bereit ist, diesen Preis unter den gegebenen Bedingungen zu zahlen?

Ein realistisches Angebot basiert nicht nur auf einer Berechnung, sondern auch auf Markterfahrung und Nachfrage. Dazu gehören:

  • Gespräche mit Investoren
  • Vergleich mit tatsächlich verkauften Objekten
  • Einschätzung der aktuellen Marktlage

Wenn dieser Schritt übersprungen wird, entsteht ein Preis, der zwar attraktiv wirkt, aber keine Grundlage im Markt hat.

Marktbedingungen haben sich verändert

Ein weiterer Faktor ist die aktuelle Entwicklung im Immobilienmarkt. Käufer achten heute stärker auf Rendite, Risiko und Finanzierung.

Gründe dafür sind unter anderem:

  • gestiegene Zinsen
  • höhere Anforderungen an Eigenkapital
  • steigende Instandhaltungskosten
  • größere Auswahl an Vergleichsobjekten

Das führt dazu, dass Kapitalanleger Angebote sehr genau prüfen. Unrealistische Preise fallen schneller auf und werden konsequent abgelehnt.

Die Strategie „erst Auftrag, dann Lösung“

In der Praxis zeigt sich häufig ein wiederkehrendes Muster. Anbieter sichern sich zunächst den Auftrag und hoffen, die Lösung später zu finden.

Das kann bedeuten:

  • nachträgliche Preisreduzierungen
  • Anpassung der Vertragsbedingungen
  • lange Vermarktungszeiten

Für Sie als Eigentümer ist das ein Risiko. Denn während diese Prozesse laufen, vergeht wertvolle Zeit.

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Die Folgen für Eigentümer: Zeitverlust und finanzielle Risiken

Ein unrealistisches Angebot wirkt zunächst wie eine Chance. In der Praxis führt es jedoch häufig zu genau dem Gegenteil. Der größte Schaden entsteht nicht durch den Preis selbst, sondern durch die Zeit, die verloren geht.

Wenn der Verkauf nicht vorankommt

Ein zu hoher Angebotspreis führt oft dazu, dass sich keine ernsthaften Interessenten melden. Kapitalanleger prüfen sehr genau, ob sich ein Investment rechnet. Wenn die Zahlen nicht passen, bleibt die Nachfrage aus.

Typische Anzeichen:

  • kaum oder keine Anfragen
  • wenige oder keine Besichtigungen
  • lange Vermarktungsdauer
  • wiederholte Preisanpassungen

In dieser Phase entsteht eine Unsicherheit. Sie wissen nicht, ob und wann der Verkauf zustande kommt.

Die Immobilie verliert an Attraktivität

Je länger eine Immobilie am Markt ist, desto kritischer wird sie von potenziellen Käufern bewertet. Das gilt besonders bei Immobilien mit Nießbrauch oder Wohnrecht.

Viele Kapitalanleger stellen sich dann Fragen wie:

  • Warum ist die Immobilie noch nicht verkauft?
  • Wurde sie bereits mehrfach angeboten?
  • Gibt es versteckte Risiken?

Die Folge: Das Interesse nimmt weiter ab. In der Branche spricht man davon, dass eine Immobilie „verbrannt“ ist.

Zeit ist im Alter ein entscheidender Faktor

Für viele Eigentümer ist der Verkauf kein rein strategischer Schritt, sondern mit konkreten Zielen verbunden. Es geht darum, finanzielle Sicherheit zu schaffen und Entscheidungen im Ruhestand umzusetzen.

Typische Gründe für eine Immobilienverrentung:

  • zusätzliche Liquidität im Alltag
  • Finanzierung von Pflege oder Betreuung
  • Unterstützung von Kindern oder Enkeln
  • Umsetzung persönlicher Pläne

Wenn sich der Verkauf verzögert, werden diese Ziele aufgeschoben. Und genau hier liegt ein oft unterschätztes Risiko.

Die emotionale Belastung steigt

Neben den finanziellen Auswirkungen spielt auch die persönliche Situation eine Rolle. Ein laufender Verkaufsprozess bedeutet:

  • regelmäßige Besichtigungen
  • Abstimmungen mit Maklern
  • Unsicherheit über den Ausgang

Gerade bei längeren Vermarktungszeiten kann das als belastend empfunden werden. Die Erwartungshaltung bleibt hoch, während die Ergebnisse ausbleiben.

Immobilienverrentung: Chance nutzen oder Risiko eingehen?

Die bisherigen Punkte zeigen ein klares Bild: Nicht jedes Angebot im Markt ist automatisch sinnvoll oder umsetzbar. Das gilt auch für die Immobilienverrentung. Dabei ist das Modell an sich keineswegs problematisch. Im Gegenteil, richtig eingesetzt kann es eine wichtige Rolle in der finanziellen Planung im Ruhestand spielen.

Entscheidend ist nicht, ob Sie sich für eine Verrentung entscheiden, sondern wie diese umgesetzt wird.

Wann Immobilienverrentung sinnvoll ist

Viele Eigentümer verfügen über ein hohes Immobilienvermögen, haben aber gleichzeitig eine begrenzte monatliche Liquidität. Genau hier setzt die Immobilienverrentung an.

Typische Ziele sind:

  • monatliche Einnahmen ergänzen
  • einmalige Auszahlung erhalten
  • weiterhin in der eigenen Immobilie wohnen bleiben
  • finanzielle Unabhängigkeit im Alter sichern

Modelle wie Nießbrauch, Wohnrecht oder auch der Rückmietverkauf (Sale-and-Lease-Back) bieten dafür unterschiedliche Ansätze. Welches Modell passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

Wo das Risiko entsteht

Das Risiko liegt nicht im Konzept, sondern in der Bewertung und Vermarktung. Wenn Kaufpreise zu hoch angesetzt werden oder wichtige Faktoren unberücksichtigt bleiben, entsteht ein Ungleichgewicht.

Für Sie bedeutet das:

  • unrealistische Erwartungen werden aufgebaut
  • Verkaufsprozesse dauern länger als geplant
  • finanzielle Entscheidungen werden verzögert

Ein weiterer Punkt ist die Komplexität. Immobilienverrentung ist kein Standardverkauf. Es geht nicht nur um den Preis, sondern um Vertragsgestaltung, Rechte und langfristige Auswirkungen.

Worauf Sie achten sollten

Damit Immobilienverrentung für Sie zur Lösung wird, sollten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • nachvollziehbare und transparente Berechnung
  • realistische Einschätzung des Marktwerts
  • klare Erklärung der gewählten Verrentungsform
  • Prüfung der tatsächlichen Nachfrage auf Käuferseite

Wenn diese Punkte erfüllt sind, kann Immobilienverrentung ein stabiles Instrument sein, um Vermögen sinnvoll zu nutzen.

Fazit: Warum ein realistischer Preis entscheidend ist

Wenn Sie Ihre Immobilie im Rahmen einer Immobilienverrentung verkaufen möchten, stehen Sie vor einer wichtigen Entscheidung. Es geht nicht nur darum, einen möglichst hohen Preis zu erzielen, sondern darum, eine Lösung zu finden, die tatsächlich funktioniert.

Die Praxis zeigt, dass große Preisunterschiede oft nicht durch den Markt, sondern durch unterschiedliche Herangehensweisen bei der Bewertung entstehen. Ein Angebot kann auf den ersten Blick attraktiv wirken, ohne dass es später umsetzbar ist.

Daraus lassen sich drei zentrale Erkenntnisse ableiten:

  • Ein hoher Kaufpreis ist nur dann sinnvoll, wenn er am Markt realistisch erzielbar ist
  • Zeit ist ein entscheidender Faktor, gerade im Ruhestand
  • Transparenz bei der Berechnung ist wichtiger als die Höhe des Angebots

Für Sie bedeutet das: Nehmen Sie sich die Zeit, Angebote zu vergleichen und gezielt nachzufragen. Lassen Sie sich erklären, wie ein Preis zustande kommt und ob dieser bereits im Markt geprüft wurde.

Ein strukturierter Ansatz kann helfen:

  1. Holen Sie mehrere Angebote ein
  2. Prüfen Sie die Berechnungsgrundlagen
  3. Hinterfragen Sie deutliche Abweichungen
  4. Achten Sie auf Erfahrung und konkrete Vermarktungsstrategien

So schaffen Sie die Grundlage für eine fundierte Entscheidung.

Am Ende zählt nicht das Versprechen, sondern das Ergebnis. Eine realistisch kalkulierte Immobilienverrentung kann Ihnen finanzielle Sicherheit geben und neue Handlungsspielräume im Ruhestand eröffnen.

Erol Jasharoski
Artikel von Erol Jasharoski
Erol Jasharoski ist zertifizierter Verrentungsexperte und Leiter für Marketing und Digitalisierung bei DEGIV mit Sitz in München. Er ist seit über 15 Jahren in der Marketing, Digitalisierung und AI-Szene aktiv und beschäftigt sich zudem seit vielen Jahren mit dem Thema Immobilien.

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