ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026: Steigen die Immobilienpreise wieder?

Erol Jasharoski
Geschrieben von:
Erol Jasharoski

Die Immobilienpreise steigen wieder, die Nachfrage zieht an und viele Eigentümer fragen sich: Ist meine Immobilie jetzt wieder mehr wert? Das neue ImmoScout24 WohnBarometer für das zweite Quartal 2026 liefert dafür wichtige Hinweise. Besonders Bestandswohnungen zeigen wieder stärkere Preiszuwächse, während sich der Kaufmarkt insgesamt stabiler präsentiert als direkt nach der Zinswende.

Für Eigentümer im Ruhestand ist diese Entwicklung besonders relevant. Die eigene Immobilie ist häufig der größte Vermögenswert, aber sie schafft nicht automatisch finanzielle Freiheit. Entscheidend ist, welcher Preis am Markt tatsächlich erzielbar ist und wie Käufer Lage, Zustand, Energieklasse und Finanzierungskosten bewerten.

Genau hier lohnt sich der zweite Blick. Das WohnBarometer zeigt Angebotspreise, also Preisvorstellungen in Immobilienportalen. Es zeigt nicht automatisch die finalen Kaufpreise beim Notar.

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In diesem Beitrag ordnen wir die wichtigsten Zahlen ein, erklären die Bedeutung für ältere Einfamilienhäuser und zeigen, warum das Thema auch für Immobilienverrentung, Nießbrauch und Rückmiete wichtig ist.

Das Wichtigste in Kürze

Was zeigt das ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026?

Das ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 zeigt eine Stabilisierung am deutschen Kaufmarkt: Angebotspreise steigen wieder, besonders bei Bestandswohnungen mit +3,9 % im Jahresvergleich.


Sind die Immobilienpreise laut WohnBarometer wirklich gestiegen?

Ja, die Angebotspreise sind gestiegen, aber das ImmoScout24 WohnBarometer misst Inseratspreise und nicht die finalen Kaufpreise, die später beim Notar beurkundet werden.


Welche Immobilien profitieren aktuell am stärksten?

Bestandswohnungen profitieren im ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 am stärksten: Sie liegen bei 2.645 €/m² und steigen um +1,0 % zum Vorquartal sowie +3,9 % zum Vorjahr.


Was bedeutet Energieklasse G oder H für Eigentümer?

Energieklasse G oder H wird bei älteren Einfamilienhäusern zum Preisfaktor, weil Käufer Sanierungskosten für Heizung, Dach, Fenster, Dämmung und Energieeffizienz stärker einpreisen.


Wie viele Einfamilienhäuser haben eine schlechte Energieklasse?

Laut ImmoScout24 fällt in nachfragestarken Regionen fast jedes dritte angebotene Einfamilienhaus in die Energieeffizienzklassen G oder H.


Podcast: Warum sich die Folge zum WohnBarometer Q2/2026 lohnt

In der Podcastfolge zum ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 ordnen wir die aktuellen Marktdaten aus praktischer Sicht ein. Dabei geht es nicht nur um Prozentwerte und Quadratmeterpreise, sondern um die Frage, was diese Zahlen für Eigentümer, Senioren und Kapitalanleger tatsächlich bedeuten. Außerdem greifen wir Erfahrungen aus der täglichen Vermittlungspraxis auf. Gerade bei älteren Einfamilienhäusern zeigt sich, wie stark Käufer heute Sanierungsrisiken einpreisen.

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Was zeigt das ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 wirklich?

Das ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 zeigt eine weitere Stabilisierung am deutschen Kaufmarkt. Die Angebotspreise steigen in mehreren Segmenten wieder, besonders bei Bestandswohnungen. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung unterschiedlich: Wohnungen zeigen mehr Dynamik als Häuser, Bestandsimmobilien holen stärker auf als Neubauten.

Wichtig ist die richtige Einordnung. Das WohnBarometer basiert auf Angebotspreisen in Immobilienanzeigen. Es zeigt also, welche Preise Verkäufer am Markt aufrufen. Es zeigt nicht automatisch, welche Kaufpreise später beim Notar tatsächlich vereinbart werden.

SegmentAngebotspreis Q2/2026Veränderung zum VorquartalVeränderung zum Vorjahr
Eigentumswohnung Bestand2.645 €/m²+1,0 %+3,9 %
Eigentumswohnung Neubau4.168 €/m²+0,7 %+2,3 %
Einfamilienhaus Bestand2.939 €/m²+0,3 %+3,3 %
Einfamilienhaus Neubau3.957 €/m²+0,9 %+1,9 %
Kaufpreisentwicklung in Deutschland Q2 2026

Besonders auffällig ist der Anstieg bei Bestandswohnungen. Sie verzeichnen den stärksten Zuwachs unter den betrachteten Segmenten und nähern sich wieder dem Niveau vor der Zinswende an. Trotzdem bedeutet das nicht, dass jede Bestandswohnung automatisch mehr wert ist.

Bei Einfamilienhäusern fällt die Entwicklung vorsichtiger aus. Hier schauen Käufer stärker auf Finanzierbarkeit, Modernisierungsbedarf und energetischen Zustand. Ein höherer Angebotspreis ist deshalb nur dann realistisch, wenn Lage, Zustand und Käufernachfrage zusammenpassen.

Das WohnBarometer liefert damit kein einfaches Signal nach dem Motto „alles wird wieder teurer“. Es zeigt vielmehr: Der Markt kommt zurück, aber selektiv.

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Angebotspreise sind Wunschpreise: Warum Eigentümer die Zahlen richtig lesen müssen

Ein wichtiger Punkt beim ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 ist die Datengrundlage. Die ausgewiesenen Immobilienpreise sind Angebotspreise. Sie zeigen, mit welchen Preisvorstellungen Verkäufer in den Markt gehen. Sie zeigen aber nicht automatisch, welcher Kaufpreis später tatsächlich erzielt wird.

Für Eigentümer ist diese Unterscheidung entscheidend. Ein Angebotspreis ist zunächst eine Erwartung. Der reale Verkaufspreis entsteht erst, wenn Käufer die Immobilie geprüft, die Finanzierung geklärt und mögliche Risiken eingepreist haben.

Gerade nach der Zinswende schauen Käufer deutlich genauer hin. Sie vergleichen nicht nur Lage und Wohnfläche, sondern auch Zustand, Modernisierungsbedarf, Energieausweis, Nebenkosten und mögliche Sanierungskosten. Dadurch kann zwischen dem gewünschten Preis und dem realistischen Marktpreis eine spürbare Lücke entstehen.

Nachfrageanstieg Q2 2026

Ein Beispiel: Wenn Bestandswohnungen im Durchschnitt um 3,9 Prozent im Jahresvergleich steigen, bedeutet das nicht, dass jede Wohnung automatisch 3,9 Prozent mehr wert ist. Eine gepflegte Wohnung in guter Lage kann von dieser Entwicklung profitieren. Eine Immobilie mit schwacher Lage, Instandhaltungsstau oder unklaren Unterlagen kann trotz positiver Marktdaten schwerer verkäuflich bleiben.

Auch Vergleichsangebote in der Nachbarschaft sollten vorsichtig bewertet werden. Nur weil ein Haus für einen bestimmten Preis online steht, heißt das nicht, dass dieser Preis auch bezahlt wird. Entscheidend ist, ob es qualifizierte Käufer gibt, die diesen Preis finanzieren und langfristig vertreten können.

Für Sie als Eigentümer heißt das: Das WohnBarometer ist ein hilfreicher Marktindikator. Es ersetzt aber keine konkrete Bewertung Ihrer Immobilie.

Wohnungen erholen sich stärker als Häuser: Was hinter der Entwicklung steckt

Das ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 zeigt eine klare Tendenz: Eigentumswohnungen entwickeln sich dynamischer als Einfamilienhäuser. Besonders Bestandswohnungen verzeichnen im Jahresvergleich spürbare Preiszuwächse. Das hat mehrere Gründe.

Preise für Bestandsimmobilien in Deutschland Q2 2026

Wohnungen sind für viele Käufer leichter finanzierbar als Häuser. Der absolute Kaufpreis ist meist niedriger, die monatliche Belastung dadurch eher darstellbar. In Zeiten höherer Bauzinsen spielt genau dieser Punkt eine große Rolle.

Hinzu kommt der anhaltende Wohnraummangel in vielen Städten. Wer zur Miete wohnt und keine passende Mietwohnung findet, prüft häufiger den Kauf einer Eigentumswohnung. Auch Kapitalanleger schauen wieder auf kleinere Einheiten, weil sie besser kalkulierbar sind als große Einfamilienhäuser mit hohem Sanierungsrisiko.

Bei Häusern ist die Lage komplexer. Einfamilienhäuser haben oft größere Grundstücke, höhere Kaufpreise und deutlich mehr technische Bauteile, die geprüft werden müssen. Dach, Heizung, Fenster, Fassade, Elektrik und Dämmung können schnell hohe Folgekosten verursachen.

Gerade ältere Häuser werden deshalb kritischer bewertet. Käufer rechnen nicht nur den Kaufpreis, sondern auch mögliche Investitionen nach dem Erwerb. Wenn zusätzlich eine schwache Energieklasse vorliegt, wirkt sich das unmittelbar auf die Zahlungsbereitschaft aus.

Für Eigentümer bedeutet das: Ein steigender Gesamtmarkt hilft, ersetzt aber keine objektbezogene Bewertung. Eine gepflegte Wohnung in guter Lage kann aktuell deutlich leichter Nachfrage erzeugen als ein sanierungsbedürftiges Einfamilienhaus. Bei Häusern entscheidet immer stärker, ob Preis, Zustand und zukünftige Kosten zusammenpassen.

Metropolen-Matrix in Q2 2026: Gewinner und Verlierer

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Energieklasse G oder H: Der neue Preisfaktor für ältere Einfamilienhäuser

Bei älteren Einfamilienhäusern wird die Energieklasse immer wichtiger. Das ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 zeigt, dass in nachfragestarken Regionen inzwischen fast jedes dritte angebotene Einfamilienhaus in die Energieeffizienzklassen G oder H fällt. In nachfrageschwächeren Regionen ist der Anteil sogar noch höher.

Für viele Eigentümer ist das ein sensibles Thema. Gerade Senioren wohnen häufig seit Jahrzehnten im eigenen Haus. Die Immobilie wurde gepflegt, aber größere energetische Maßnahmen wie Dämmung, neue Fenster, Heizungswechsel oder Dachsanierung wurden oft aufgeschoben.

Am Markt wird genau das heute anders bewertet als früher. Käufer sehen nicht nur das Grundstück, die Wohnfläche und die Lage. Sie fragen auch: Welche Kosten kommen nach dem Kauf auf mich zu?

Bei Häusern mit Energieklasse G oder H können Sanierungskosten schnell einen erheblichen Teil der Kaufentscheidung ausmachen. Eine alte Heizung, ein ungedämmtes Dach oder veraltete Fenster führen dazu, dass Käufer Sicherheitsabschläge einplanen. Auch Banken schauen bei der Finanzierung genauer auf den energetischen Zustand.

Wachsender Sanierungsstau in Q2 2026

Das bedeutet nicht, dass solche Häuser unverkäuflich sind. Aber sie müssen realistisch bewertet werden. Wer ein unsaniertes Haus preislich mit einem modernisierten Objekt gleichsetzt, riskiert lange Vermarktungszeiten und enttäuschte Erwartungen.

Für Sie als Eigentümer ist deshalb wichtig: Die Energieklasse ist kein Randdetail mehr. Sie beeinflusst die Nachfrage, die Finanzierbarkeit und den erzielbaren Verkaufspreis.

Was bedeutet das für Immobilienverrentung, Nießbrauch und Rückanmietung?

Für die Immobilienverrentung ist die aktuelle Marktentwicklung ein wichtiges Signal. Steigende Angebotspreise können Eigentümern helfen, ersetzen aber keine konkrete Bewertung der eigenen Immobilie. Gerade bei Nießbrauch, Wohnrecht oder Rückmiete zählt nicht nur der allgemeine Markttrend, sondern die Frage, welcher Preis für Kapitalanleger wirtschaftlich darstellbar ist.

Bei einem Verkauf mit Nießbrauch oder Wohnrecht bleibt der bisherige Eigentümer in der Immobilie wohnen. Für den Käufer bedeutet das: Er kann die Immobilie nicht sofort selbst nutzen oder frei vermieten. Dieses Nutzungsrecht wird deshalb vom unbelasteten Marktwert abgezogen.

Hinzu kommen weitere Faktoren. Lage, Zustand, Energieklasse, Instandhaltung und mögliche Sanierungskosten beeinflussen den Auszahlungsbetrag direkt. Ein Haus mit Energieklasse G oder H kann auch bei steigenden Immobilienpreisen spürbare Abschläge auslösen, weil Käufer künftige Investitionen einrechnen.

Bei der Rückmiete ist die Logik etwas anders. Die Immobilie wird verkauft und anschließend vom Verkäufer zurückgemietet. Für Kapitalanleger ist dann entscheidend, ob Kaufpreis, Miete, Zustand und Finanzierung zusammenpassen. Auch hier gilt: Eine zu niedrige Mietrendite kann das Interesse deutlich begrenzen.

Für Sie als Eigentümer bedeutet das: Die Markterholung kann ein guter Anlass sein, verschiedene Modelle zu prüfen. Entscheidend ist aber, welches Modell zu Ihrer Immobilie, Ihrer Lebensplanung und Ihrem Liquiditätsbedarf passt.

Fazit: Der Markt erholt sich, aber nicht jede Immobilie profitiert automatisch

Das ImmoScout24 WohnBarometer Q2/2026 zeigt eine klare Stabilisierung am Kaufmarkt. Die Nachfrage zieht wieder an, besonders Bestandswohnungen gewinnen an Dynamik. Für Eigentümer ist das grundsätzlich ein positives Signal.

Trotzdem sollten Sie die Zahlen nicht überbewerten. Angebotspreise sind keine garantierten Verkaufspreise. Entscheidend bleibt, wie Käufer Ihre Immobilie konkret einschätzen: Lage, Zustand, Energieklasse, Modernisierungsbedarf und Finanzierbarkeit bestimmen den realistischen Marktwert.

Besonders ältere Einfamilienhäuser mit Energieklasse G oder H stehen stärker unter Beobachtung. Käufer kalkulieren mögliche Sanierungskosten ein, Banken prüfen genauer und Kapitalanleger vergleichen Immobilien wieder stärker mit anderen Anlageformen.

Wenn Ihre Immobilie ein wichtiger Teil Ihrer Altersvorsorge ist, lohnt sich jetzt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Prüfen Sie, ob ein klassischer Verkauf, Nießbrauch, Wohnrecht oder Rückmiete zu Ihrer Situation passt. Wichtig ist eine realistische Bewertung, nicht der höchste Wunschpreis im Portal.

Weitere Informationen zu diesen Möglichkeiten finden Sie in unserer Mediathek und in unseren Ratgebern zur Immobilienverrentung.

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